Modern Art Atelier  Siegfried SANTONI

MODERN ART

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Santoni beantwortet Fragen, 2009

Warum male ich?
Wie male ich?
Wie verläuft mein geistiger Prozess?
In welcher Technik male ich?
Was bedeuten die Bilder für mich?

Vieles wurde schon über meine Arbeit und mich geschrieben, nun mein Versuch, das zu beschreiben was  eigentlich nur schwer zu beschreiben ist. (Intuition oder Wissen ohne Zweifel. Kreativität und Einheit. Nur das Denken in seiner Fragmentierung kennt den Zweifel.)

Mein künstlerisches Anliegen ist bestimmt durch die Harmonien des Schönen und Erhabenen, den Wirkungen des äußeren und inneren Lichtes. Die Möglichkeiten das Licht malerisch zu gestalten sind grenzenlos.

Bilder besitzen so etwas wie „ihr eigenes Leben“. Sie sprechen eine Sprache, die international verstanden wird. Musik und Bilder sind das Einzige, das man auf der multidimensionalen Ebene im Jetzt erfahren kann. Im Gegensatz zu allem Anderen, das wir nur in einer zeitlichen Abfolge aufnehmen können, wie z. B. Worte.

Meine Kunstwerke werden von Bewußtseins-Energie durch mich in meditativ inspirierten, kreativen Stunden, Tagen und Wochen geboren, machen Unsichtbares sichtbar und dienen Dir und mir zur Entwicklung und Verfeinerung unseres Bewußtseins, denn die Bilder teilen Dir und mir etwas nicht Formulierbares mit ....
Das Malen ist nicht nur die Erinnerung und Darstellung von Gesehenem, Gefühltem und Geschehenem, sondern etwas komplett Eigenständiges – mein innerer und aüßerer Zustand selbst.

 „Geistiges“ mit Farben und Formen zum Ausdruck zu bringen.

Die Bilder bestehen aus manifestierter Bewußtseins-Schwingungsenergie, ein zeitloser Träger meines geistig- fühlenden Zustandes  beim Malen (meditativer Zustand, Ichlos und Zeitlos, Ich bin das Bild). Ich male mit erwartungsloser, bedingungsloser Liebe (völlige Hingabe an das Bild), und Du kannst beim Betrachten der Bilder diese Liebe spüren! (jedes Bild ist ein Geschenk für mich) Die Bilder vermögen tiefe gefühlvolle Erinnerungen und Erfahrungen zu erwecken, wenn Du Dich dem Bild sensibel öffnest.
Jeder Mensch hat seine persönlichen Erlebnisinhalte, jeder Mensch hat in jedem Augenblick einen individuellen Bewußtseinszustand – und so wie Du das Bild im Moment anschaust, wird sich das Bild für Dich „verändern“ – immer wieder – zu jeder Gelegenheit, jeden Tag. Du „malst“ das Bild „für Dich“ fertig!
Ein Wesenselement meiner Kunstwerke.
So wird ein Bild zu einem Bild, wie es vorher noch nicht gesehen werden konnte!

Nun zum: Wie male ich?

Mein Leidenschaft und Freude zur Malerei lässt mich meine großformatigen Bilder so fein arbeiten, ähnlich wie in der Radierung.
Die von mir entwickelte Feinschichtaquarell- bzw. Feinschichtacryllasurtechnik kommt der natürlichen Wirkung am nächsten.

Auf den teils vorgrundierten, nachträglich absichtlich fein zerkratzten und teilweise wieder geglätteten, Untergründen werden diese Farbschichtungen lasierend aufgetragen. Es ist entscheidend für die Raumdarstellung der Natur meiner Bilder, dass ich kaum die Regeln der Linearperspektive verwende, sondern, dass ich vorwiegend den Trübungen der Atmosphäre der so genannten Luftperspektive, die auf der reinen Farbwirkung basiert, folge.
Die bewegten Pinselspuren sind alles andere als zufällig (es gibt im schöpferischen Prozess keinen Zufall; manches kann uns nur nicht bewusst sein, weil es auf anderen Ebenen erschaffen wird); sie sind eingegliedert in eine schlüssige Balanceharmonie der Hell-Dunkel-Verteilung und in einem wohl kalkulierten Farbklang und Rhythmus der Bildteile und deren Richtungswechseln. Die 8 Farben des Santoni Farbkreises werden am Bild durch Lasur und nicht auf der Palette gemischt ( Lichtmischung )

Mehr und mehr ließ ich mich von den verschiedenen Eigenwirkungen der transparenten Farbschichtungen und von der Auftrocknung des nassen Pigments, leiten. Die neue Farbe wird immer so aufgetragen, dass die vorhergehenden Farbschichten noch hindurch schimmern oder in kontrastierender Helligkeit neben der aufgetragenen stehen bleibt. Zur Tiefenwirkung kommt damit der Effekt des „Hindurchstrahlens“ dazu. Mit jeder neuen Zuordnung kann das Farbgewebe anders erscheinen. Es wirkt beweglich, in Bildung und Auflösung begriffen, als seien auch die Farben im Begriff sich zu verändern.

In der Natur ist eine Farbe nie in nur einer einzigen Nuance vorhanden. Es sind immer sehr viele Variationen, die sich zu einem Gesamteindruck fügen. Dieser Effekt kann noch gesteigert werden durch das Übereinanderlasieren von verschiedenen Farben.
Durch die Transparenz der Lasuren kann das Licht gleichsam durch die vielen bis zu einhundert Farbschichten scheinen. Das bewirkt eine ständige Nuancierung der Farbe analog der Veränderung des Lichtes und den Reflexionen von benachbarten Farbpigmenten.

Harte Kontraste werden vermieden. Jede der einzelnen Farblasuren, aufgeschwemmte Pigmente werden, in ihren zu verändernden offenen Zeiten feinst strukturiert stellenweise mit rascher Hand Schraffierungen gemalt, und teilweise Farbpigmente dynamisch wieder abgenommen, sodass dem Prozess der Natur vom Werden, Erhalten und Vergehen (Umwandlung) sehr nahe gekommen wird. Die in diesem Studium abverlangte Differenzierung trägt zur außerordentlichen Vielfalt meiner Ausdrucksmittel, über die ich fast spielerisch verfügen kann, und zu der hohen Beweglichkeit und Virtuosität, die meine Malweise auszeichnet, bei.
Auf solchen Farb-und Formstrukturen findet unser Auge Halt im Gegensatz zu einer Farbfläche, die durch ihre „Eindimensionalität“ zu glatt ist.

Wichtig ist auch die bildliche Darstellung von Bewegung, kein Festhalten eines Moments, sondern ein dynamischer Prozess des Entstehens, des Erfahrens und des Erschaffens.(sichtbarer Zeitablauf des Geschehens auf der Leinwand) Es geht hier um die grundsätzliche Einsicht malerischer Darstellung von Bewegung überhaupt. Denn von vornherein widerspricht der tatsächliche Stillstand des Bildes der Darstellung von Bewegung. Am Motiv von bewegtem Wasser tritt dieser Widerspruch besonders hervor. Der zeitliche Prozess der Bewegung kann im Bild nicht beobachtet, er muss erschlossen werden, indem sich das Bild selbst zum Ort der Wirklichkeitserfahrung wandelt. Es ist damit eine der Grenzen zwischen dem Schein der Kunst sowie dem Schein der Wirklichkeit der Natur angesprochen, da es auch Hier nur den Augenblick, das Jetzt für immer gibt. Im Jetzt steht alles still vollkommene Ruhe und Frieden. Bewegung entsteht erst durch unsere Erinnerung an vergangene Jetzt (Illusion).

Ich bin mehr interessiert an dem was sich zwischen den festen Dingen befindet, als an den Dingen selbst.

Wann ist das Kunstwerk also fertig?

Ein Bild ist dann fertig, wenn ich die Empfindung des Ganzen habe.
So entwickelte sich mit der Zeit eine eigene unverwechselbare Bild-ästhetik. (Das Betrachten der Bilder kann zu einem ausgesprochen sinnlichen Vergnügen werden)

Meine Bilder sind schwer reproduzierbar. Selbst der beste Druck kann nur neugierig machen auf das Original.

Gerade bei meinen Bildern kommt den vielschichtigen farbigen und strukturellen Nuancen sowie den feinen Unterschieden von betonten oder nur flüchtig streifenden Spuren der Malwerkzeuge wesentliche Bedeutung zu. Meine teils beispiellos feinen lasierenden Farbschichtungen lassen das Flüchtige oder Markante in ihrer Unmittelbarkeit nur direkt am Original beobachten.

Betrachte meine Bilder mit unschuldiger Wahrnehmung, (ohne zu denken, denn sonst stülpst Du Vergangenes dem Bild über ) als siehst du die Welt zum ersten Mal – als eine Welt der Farben und Formen des Lichts!

Meine Malerei richtet sich auf das Unbegrenzte, – auf die ewig überwältigende Farben und Formen der  Natur (niemals Abbilder), an die bedingungslose Liebe, an die Hingabe unserer Bewußtseins-Energie, ( in Bewegung sichtbar, in Stille unsichtbar ) mit dem wir alle eins sind, wofür ich außerordentlich dankbar bin.

Ich möchte allen meinen Lieben danken, die an meinem Lebensweg teilhaben, ihn unterstützen oder auch nicht, denn heute weiß ich, dass Beide wichtig sind, mir zu zeigen, das zu sein, was ich bin. (wenn ich weiß, was ich nicht bin, erahne ich was ich bin)
                     
Jedes Bild macht Unsichtbares sicht- und erlebbar, ein wunderbares Geschenk.

SANTONI


Jänner 2009